Auf Einladung des Enscheder Modellflugvereines reisten wir mit einer kleinen Gruppe zum Clubwochenende am 7./8.1.2006 in die Niederlande. Das ganze Wochenende konnte gebaut und geflogen werden, aber auch die Kontakte zu anderen Jugendlichen standen im Vordergrund. Die Jugendlichen nutzten die Zeit intensiv, aber um 23:30 war doch Nachtruhe angesagt.
Übernachtet wurde in Schlafsäcken im Modellbaukeller. Da die Schule, in der das Treffen stattfand auch eine Küche besitzt, konnten auch warme Mahlzeiten zubereitet werden und das Essen war reichlich und sehr lecker. Auch der Erstkontakt mit Vanille-Fla führte zu einer neuen Lieblingsspeise.
Ein Highlight am ersten Tag war die Flugvorführung einer Wasserrakete. Hierzu mußten wir zunächst einmal in einen Park gehen, in dem es eine große freie Fläche gab. Eine solche Rakete ist einfach nur eine Kunststoff-Fanta-Flasche, die mit Stabilisierungsflossen versehen ist. Sie wird zu gut einem Drittel mit Wasser gefüllt, dann umgekehrt auf die Startrampe gesteckt und mit bis zu 10bar Luft betankt. Nach dem Abschuß über eine lange Startleine wird das Wasser aus der Flasche herausgedrückt und verleiht dieser genügend Rückstoß. Die Stabilisierungsflossen sorgen für einen geraden Flug. Damit es mehr Spaß macht, werden auch noch Tröten an der Flasche befestigt, die im Flug einen Heidenlärm machen.
Aber noch beeindruckender ist die erreichbare Höhe und Geschwindigkeit! Über einen selbstgebauten Sextanten wird die erreichte Höhe gemessen. Stolze 130m war der Rekord an diesem Tag.
Natürlich wurde auch noch ausprobiert, wie man den Flug verbessern kann. Vorschläge, wie weniger oder mehr Wasser oder ohne Stabilisierungsflossen, wurden dann auch noch getestet. Das ganze setzte sich fort, bis das mitgeführte Wasser alle war.
Kein Wunder, daß einige Jugendliche diese Raketen selber bauen wollten und ihre eigenen Erzeugnisse am nächsten Tag starteten.
In der Halle konnte Elektro-Fesselflug gemacht werden.
Dabei sind die Flugzeuge über zwei Leinen an einer drehbar gelagerten Konstruktion befestigt. Über die beiden Kabel wird der Elektro-Motor mit Strom versorgt und das Höhenruder gesteuert. Der Pilot sitzt etwas weiter außerhalb des Flugbereiches und kann über zwei Hebel den Motor und das Höhenruder steuern.
Nach einer kurzen Einführung und ersten zaghaften Steuerkommandos hebt das Modell vom Boden ab und zieht seine Kreise.
Die ersten Flugerfolge sind hier schnell gemacht, aber wehe, das Modell kommt in einen instabilen Flugzustand oder soll gezielt bestimmte Flugmanöver ausführen. Dann ist doch viel Fingerspitzengefühl gefragt und da die Reaktion des Modelles ganz anders als bei freifliegenden Modellen ist, ist die Steuerung gerade für erfahrene Modellpiloten nicht einfach.
Die selbstgebauten Flugzeuge (hier ein Wortel) wurden auch sofort nach Fertigstellung eingeflogen und optimiert. Ein solches Modell nur in die Luft zu schubsen ist eine Sache, aber eine optimale Einstellung des Modelles erfordert viel Erfahrung, Beobachtung und Geduld, wie es bei allen Modellen jedweder Größe genauso ist.
Von mal zu mal dauert der Flug länger, die erreichte Höhe wird größer, bis das Modell an der Decke entlang tänzelt. Aber auch Rückschläge wie gerissene Antriebsgummis oder Kollision mit Wand oder Basketballkorb gehören dazu.
Trotzdem ist gerade der Wortel ein gutes Anfängermodell, denn er ist recht robust und bringt doch gute Flugleistungen von bis zu 2 Minuten.
Ein fortgeschrittenes Modell ist der Moustique.
Er ist zwar größer, aber trotzdem leichter, denn alles ist viel dünner und filigraner aufgebaut. Um das Modell nicht zu beschädigen geht man auch nur langsam mit ruhigen Schritten, denn schon ein heftiger Luftzug kann zu gebrochenen Teilen führen. Aber wenn das Modell dann bis zu 7 Minuten lang scheinbar schwerelos seine Runden an der Decke zieht, wird man für die Feinarbeit auch belohnt.
Beitrag von Markus Soick