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Der DFS Reiher – der Traum vom Vogelflug (1937)

DFS ReiherKennern in aller Welt gilt der DFS Reiher als eines der schönsten Segelflugzeuge, die je gebaut wurden. Doch seine sprichwörtliche Eleganz war kein Selbstzweck, sondern Ergebnis eines flugwissenschaftlich höchst durchdachten Entwurfs, der zu den fortschrittlichsten seiner Zeit gehörte.

Segelflugzeuge sind etwas ziemlich Nutzloses. Vor allem für eine Nation, die sich vornimmt, die ganze Welt zu erobern. So kam 1939 der deutsche Segelflug praktisch zum Erliegen, doch in den Jahren zuvor hatte ein Häuflein leidenschaftlich Begeisterter eine Ansammlung von Holzhütten auf der Wasserkuppe (Rhön) zum weltweiten Zentrum des Segelflugs gemacht. Auf der Wasserkuppe mit ihren günstigen Aufwind- und Thermikverhältnissen wurden schon 1920 die ersten Segelflugwettbewerbe abgehalten, vier Jahre später öffnete hier die erste Segelflugschule der Welt ihre Pforten (Artur Martens Segelflugschule). Ebenfalls 1924 wurde die Rhön-Rossitten-Gesellschaft gegründet, die sich vorgenommen hatte, flugwissenschaftliche Forschung und Entwicklung mit der Erprobung im Flugsport zusammenzuführen. Die Gesellschaft wurde wenig später in die Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug (DFS) überführt, die zuerst auf der Wasserkuppe, später auf den Flugplatz Griesheim bei Darmstadt angesiedelt war.

DFS Reiher im PlanUnter der Leitung von Walter Georgii entwickelte die DFS zahlreiche Segelflugzeuge, im Rückblick sticht als ein Gipfelpunkt der 1937 entwickelte „Reiher“ hervor. Entworfen wurde dieser Typ vom Leiter der Segelflugabteilung der DFS, Hans Jacobs, der mit dem Reiher beweisen wollte, dass Leistungssteigerungen nicht allein über eine immer größere Spannweite, sondern auch durch intelligente Formgebung möglich sind. Der Reiher hat dementsprechend bei einer maßvollen Spannweite von 19 Metern ein auf perfekte Aerodynamik getrimmtes Äußeres: Das Kabinendach ist anders als bei den meisten zeitgenössischen Modellen vollständig in die Rumpflinie integriert, der hintere Flügelansatz ist weit in Richtung Leitwerk gezogen, eine besonders glatte Oberfläche minimiert den Luftwiderstand zusätzlich. Die dünnen und schmalen Tragflächen des Reihers wurden ausgelegt auf effizienten Hochgeschwindigkeitsflug und eine niedrige Sinkrate — mit Erfolg: Der Reiher weist eine Gleitzahl von 1:33 auf, was bedeutet, dass er unter optimalen Bedingungen und bei ruhiger Luft für jeden gesunkenen Höhenmeter 33 Meter Distanz zurücklegt. Der Vampyr, 1921 eines der ersten modernen Segelflugzeuge, hatte noch eine Gleitzahl von 1:17. Der charakteristische Knickflügel war mit verantwortlich für die gutmütigen Flugeigenschaften des Reihers, gab aber vor allem mit der verhältnismäßig geringen Spannweite dem Reiher mehr Wendigkeit und damit entscheidende Vorteile beim Kreisen in Thermikaufwinden.

Die Verbindung aus Thermiktauglichkeit und hoher Geschwindigkeit machte gemeinsam mit konsequentem Leichtbau den Reiher zum fortschrittlichsten und leistungsfähigsten Segelflugzeug seiner Zeit. Den Internationalen Segelflugwettbewerb auf der Wasserkuppe des Jahres 1937, der, allen Bemühungen nationalsozialistischer Propaganda zum Trotz, die „internationale Fliegerkameradschaft“ beschwor, gewann am 4. Juli Hanna Reitsch mit einem Reiher. Sie legte die Strecke Wasserkuppe—Hamburg zurück (351 Kilometer); im folgenden Jahr gewann sie ebenfalls in einem Reiher den Deutschen Segelflug-Streckenwettbewerb mit einem Flug von Sylt nach Breslau über die gewaltige Distanz von 713 Kilometern. Weiterentwicklungen des Reihers zu den Versionsbezeichnungen II und III verschafften dem Modell unter anderem steifere Flügel und eine vergrößerte Ruderfläche, bevor der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs den Entwicklungen ein jähes Ende bereitete.

Nur zehn Reiher wurden gebaut, keiner von ihnen überstand den Krieg. Der Oldtimer Segelflugclub Wasserkuppe unternahm 1997—2000 den Nachbau eines Reiher III (1938), eine um so bemerkenswertere Leistung, als kein kompletter originaler Zeichnungssatz erhalten ist. Der so entstandene Reiher mit Namen „Karl Vey“ ist seit 2006 im Deutschen Segelflugmuseum mit Modellflug auf der Wasserkuppe zu sehen. Dort kann noch heute mit dem Reiher ein Flugzeug bewundert werden, das bei aller flugwissenschaftlichen Fortschrittlichkeit doch vor allem in der Natürlichkeit und Eleganz besticht, mit der es den Himmel für den Menschen in Anspruch nimmt.

Nachdem ich das Original auf der Wasserkuppe gesehen und fotografiert habe, stand bei mir die Entscheidung fest einen Reiher II im Maßstab 1:3,5 als Modell zu bauen. Es wurden Vorbildfotos im Detail und Unterlagen zum Bau gesammelt.

Über den Weiterbau bis zur Fertigstellung und den Erstflug werde ich weiter berichten.

Rumpfbau

Rumpfbau Rumpfbau
Rumpfbau RumpfbauRumpfbau Rumpfbau

Rumpf spachteln und lackieren:
Rumpf spachteln und lackieren Rumpf spachteln und lackieren

Tragflächenbau

Tragflächenbau Tragflächenbau
Tragflächenbau TragflächenbauTragflächenbau

Beplankung aussen:
Beplankung aussen Beplankung aussen

Beplankung innen:
Beplankung innen Beplankung innen

Querruderbeplankung:
Querruderbeplankung Querruderbeplankung

Rohbau ist fertig

Rohbau ist fertig Rohbau ist fertig
DFS Reiher im Rohbau

Das Modell ist flugfertig

Abschließende Arbeiten:
nur noch EWD und SP überprüfen und bei entspr. Wetter draußen Ruder (Fernsteuerung) einstellen und dann (April/Mai) hoffentlich fliegen.
Jetzt über 4 kg Blei in der Nase

Erstflug

Am 09.09.2016, nachmittags, war es endlich so weit. Schleppmaschine, Pilot Heinz Espeter, MSC Haltern-Dülmen und Seglerpilot Dirk Menge, MLC Recklinghausen, hatten die entsprechende Zeit. Die vorbereitenden Arbeiten hatte ich noch abgeschlossen, aber zum selber Fliegen war ich zu aufgeregt (Flugzeuge im Bauch).

Sonne, ein paar Wölkchen und leichter Wind aus westlicher Richtung. Das Wetter war perfekt und der Reiher sollte so zum ersten Mal vom Modellflugplatz des MSC Haltern-Dülmen in die Luft geschleppt werden.

Die Maschinen gingen an den Start und ab ging es nach oben auf Sicherheitshöhe.

Der Reiher flog nach Ansicht von Dirk wie ein gutmütiger Amigo. Auch die Landung war perfekt.

Für die Schleppkupplung werde ich das Servo gegen ein stärkeres austauschen müssen, da das Ausklinken in der Luft ein wenig problembehaftet war.

Allen Helfern Helmut Quabeck (Profile HQW 3,5-13 auf HQ Oldy 3,5-13), Heinz Espeter(Schlepppilot) und Dirk Menge (Seglerpilot) sei an dieser Stelle nochmal mein Dank ausgesprochen.

Reiher Kennung: D-12-391. Die 12 steht für: Niederrhein-Essen
Gesamtgewicht: 18 kg
Spannweite: 5,60 Meter
Profil: HQW 3,5 / 13 auf HQ Oldy 3,5 / 13

Pilot an Bord Das Modell ist flugfertig
Das Modell ist flugfertig Das Modell ist flugfertig
Das Modell ist flugfertig Das Modell ist flugfertig

Bericht von Günter Schwering

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